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Forscher heilen Jungen mit Haut-Transplantation

Forscher heilen Jungen mit Haut-Transplantation

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung. Durch die schweren chronischen Wunden und Infektionen war er völlig ausgezehrt.

Für die Erbkrankheit Epidermolysis bullosa (auch Schmetterlingskrankheit genannt) gab es bisher keine Heilung. Dabei ist die obere Hautschicht unzureichend in der darunterliegenden Schicht verankert. Bereits geringste Einwirkungen oder Stöße führen zu Blasen, Wunden und Hautverlust. Massive chronische Wunden sind die Folge. Das schränkt nicht nur die Lebensqualität enorm ein, es führt auch häufig zu Hautkrebs.

Für die Verankerung ist maßgeblich ein Protein namens Laminin-332 verantwortlich. Sie führen dazu, dass Proteine, die für den Hautaufbau wichtig sind, nicht ausreichend gebildet werden. Eine Heilung ist bisher nicht möglich. Die üblichen Behandlungen schlugen nicht an, sodass im Grunde nur noch eine palliativmedizinische Behandlung infrage kam. Auf Wunsch der Eltern suchten die Ärzte nach experimentellen Therapiemöglichkeiten und stießen auf Michele De Luca, der im italienischen Modena eine Gentherapie an zwei Patienten getestet hatte, allerdings nur an kleineren Hautbereichen.

Erstmals Hauttransplantation aus genmodifizierten Stammzellen gelungen. In Deutschland transplantierten die Wissenschaftler dann das nachgezüchtete Gewebe. 60 Prozent seiner Hautoberfläche waren bereits durch eine Infektion zerstört.

Nach der ersten Transplantation im Oktober 2015 begann sich der Zustand des Patienten zu bessern. Hassan besucht wieder die Schule, kann Fußball spielen und am sozialen Leben seiner Familie teilnehmen. Verletzungen an der neuen Haut heilen heute bei ihm wie bei jedem anderen Kind. Die Forscher zeigten, dass die neue Haut etwa so viel Anker-Protein Laminin-322 enthielt wie gesunde Haut. Wir müssen abwarten, ob auch weiterhin alles so gut verläuft.

"Es ist der erste Mensch, der so behandelt wurde", sagt Tobias Hirsch vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil.

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Aufgrund der schlechten Prognose entschied sich das Bochumer Team der Kinderärzte und der Plastischen Chirurgen in Kooperation mit Prof.

Dennoch sehen die Forscher ihren Erfolg als Nachweis, dass eine Gentherapie funktionieren kann. "80 Prozent der Haut zu transplantieren und den Patienten über acht Monate intensivmedizinisch zu überwachen war eine extreme Herausforderung", betonen Tobias Rothoeft und Tobias Hirsch. Derzeit gebe es aber zumindest in Bochum keine Pläne dafür. Nach Angaben von Tobias Hirsch sind in Europa etwa 35.000 Kinder von der Schmetterlingskrankheit betroffen. Die Schwere der Erkrankung sei sehr unterschiedlich, eine die Ursache angehende Therapie werde dringend benötigt. In Zukunft seien die Risiken von derartigen Gentherapien wahrscheinlich beherrschbar. Krebserkrankungen können die Folge sein. Untersuchungen des Erbguts der neuen Haut zeigten, dass sich das Gen in den meisten Zellen in DNA-Bereiche integrierte, die nicht für die Bildung von Proteinen zuständig sind oder in solche Gene, die nicht mit einer Krebsentstehung in Verbindung stehen. Bisher fanden die Forscher bei dem Jungen auch keinen Tumor.

Der kleine Patient spielt zwei Jahre nach der OP Fußball.

Die Freiburger Dermatologin Leena Bruckner-Tuderman, die nicht an der Studie beteiligt war, spricht von einer sehr guten Arbeit. Die Forscher hoffen, ihre Methode bald verbessern und auch auf ander Varianten der Krankheit anwenden zu können. "Aber das ist Zukunftsmusik, so weit sind wir noch nicht", sagt die Ärztliche Direktorin der Hautklinik am Uniklinikum Freiburg. Unter anderem werden ihre Wunden versorgt und die Haut mit Cremes und Medikamenten zur Förderung der Wundheilung gepflegt. Um sich vor Verletzungen oder offenen Wunden zu schützen, tragen die Betroffenen an vielen Körperstellen Verbände. "Die Kombination der Genkorrektur und Transplantaten aus Stammzellen bedingt jedoch, dass der Gendefekt in den Zellen der Oberhaut aktiv ist, was nur bei einem Teil der bekannten Erkrankungen der Fall ist", schließt Bruckner-Tuderman.

Zusammengefasst: Der siebenjährige Hassan leidet unter einer erblichen Krankheit, bei der sich die Haut ablöst. Die isolierten daraus die epidermalen Stammzellen, schleusten ein gesundes Gen mithilfe eines Virus ins Erbgut hinein und vermehrten die Zellen. Heute, fast zwei Jahre nach Beginn der Behandlung, zeigt sich in den Transplantationsarealen eine qualitativ hochwertige, stressresistente Haut mit intakter Rückfettung, beginnender Ausbildung von Haaren und ohne Narbenkontrakturen.

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