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Abgasskandal: Erste Festnahme bei Audi in Deutschland

Abgasskandal: Erste Festnahme bei Audi in Deutschland

Ihm werde Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen, teilte die Münchner Staatsanwaltschaft mit.

München Laut Behörden ist ein Ex-Audi-Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal festgenommen worden. Mit ihnen sollte bei den Dieselfahrzeugen für die USA die Einhaltung von Abgasgrenzwerten unter anderem für Stickstoffoxide garantiert werden. Die US-Justiz könne seine Auslieferung beantragen; dann müsste das OLG München darüber entscheiden. Der Mann sei am Montag festgenommen worden und sitze in Untersuchungshaft. Demnach war der 60-jährige Italiener zwischen 2006 und 2015 verantwortlich für die Systeme zur Abgaskontrolle bei Dieselmotoren von Audi in den USA. Im Audi-Geschäftsbericht 2007 war der Motorenentwickler zusammen mit einem Kollegen dafür gelobt worden, dass Audi jetzt den "saubersten Diesel der Welt" anbiete.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte Mitte März ein Verfahren wegen Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung bei Audi eingeleitet. Er sei an einer "Verschwörung" zum Betrug der Behörden beteiligt gewesen, durch den die wahren Abgaswerte verschleiert werden sollten, teilte das US-Justizministerium mit. Weder Audi noch VW wollten sich äußeren.

Der nun ins Visier geratene, bereits 2015 beurlaubte Audi-Manager ist bereits der achte Mitarbeiter des VW-Konzerns, gegen den die US-Justiz Strafanzeige gestellt hat.

Auspuff eines Audi A7 mit einem V6 Dieselmotor
1 Bilder Video Advertorial Auspuff eines Audi A7 mit einem V6 Dieselmotor

Ein Manager wurde Anfang des Jahres in Florida verhaftet und wartet derzeit in Haft auf den Beginn seines Strafprozesses.

Der VW-Konzern hatte die Manipulationen nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden im September 2015 zugegeben und Vergleiche geschlossen. Ein weiterer hatte im September 2016 ein Schuldgeständnis abgegeben und einen Kronzeugen-Deal ausgehandelt.

Die anderen vermutet die US-Justiz in Deutschland, von wo ihnen als Bundesbürger keine Auslieferung in die USA droht.

In Deutschland ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Betrugsverdachts gegen fast 40 Beschuldigte. Seitdem sieht sich VW mit Klagen und Schadenersatzforderungen konfrontiert.

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