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Opel-Chef Neumann zurückgetreten

Immerhin sorgt Opel für etwas Ruhe im Wechsel, indem die Automarke mit Michael Lohscheller einen Manager aus den eigenen Reihen auf den Chefsessel hievt. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, habe Neumann bereits vor Augen, wann er aus dem Unternehmen ausscheiden möchte. Die "FAS" schreibt, Neumann sehe die Übernahme durch PSA nach wie vor als richtigen Schritt. Insbesondere fehlt noch die Freigabe durch die Kartellbehörden. Nur wenige Stunden später scheint klar: Neumanns Tage bei Opel und in Rüsselsheim sind gezählt. Neumann hatte die Europatochter des US-Konzerns General Motors seit 2013 geführt. Er werde sich zunächst voll auf den Abschluss der Übernahme konzentrieren und dann über seine nächsten persönlichen Schritte entscheiden.

Von 1999 bis 2004 und von 2009 bis 2012 war er in dem Wolfsburger Konzern vor allem in der Entwicklung der Elektromobilität und als China-Chef tätig.

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Neumann weiß aus seinem Berufsleben, wie sich verlorene Machtkämpfe anfühlen: Als Chef des Autozulieferers Continental zoffte er sich 2008 mit dem Großaktionär Schaeffler über die strategische Ausrichtung. PSA-Chef Tavares verlangt hingegen vom Opel-Management, bis 2020 wieder profitabel zu werden - bei großen Investitionen in die E-Mobilität wäre diese Vorgabe utopisch. "Gegenüber der Automobilwoche" hat Franz den Rückzug Neumanns bedauert.

Spekulationen über einen Abschied des 56 Jahre alten Neumanns, dem eine Unterordnung unter PSA-Chef Carlos Tavares nicht zugetraut wurde, wurde rasch zerstreut. Schon während der Übergangsarbeiten konnte Neumann seine neue Machtlosigkeit erleben, wenn Betriebsräte und IG Metall die vereinbarten Produktions- und Entwicklungsvolumina in einem Tarifvertrag festschreiben wollten. Das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union hatte der britischen Schwestermarke Vauxhall erhebliche Wechselkursverluste beschwert. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe und darauf, gemeinsam mit der Führungsmannschaft für die rund 38 000 Opel-Mitarbeiter und alle Stakeholder an einer erfolgreichen Zukunft für Opel/Vauxhall zu arbeiten". Dabei vermied er es, für die Werke in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach Job- oder Standortgarantien über 2018 hinaus auszusprechen. "Mit Ihnen bekommt Opel einen CEO, der das Unternehmen gut kennt". Sein Ziel, Opel dauerhaft zurück in die schwarzen Zahlen zu bringen, erreichte er jedoch nicht. Dafür werde der französische PSA-Konzern aber "kein vorgekochtes Rezept vorlegen", sagte PSA-Chef Carlos Tavares der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Montag. Nach Ansicht von Dan Amman, Vorsitzender des Opel-Aufsichtsrates GM-Präsident, hat Opel unter Neumann "enorme Fortschritte beim Turnaround erzielt".

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