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Pöbeleien bei TV-Duell vor Schicksalswahl in Frankreich

David Rachline ist Le Pens Wahlkampfmanager und mit 29 Jahren einer der jüngsten FN-Spitzenkader. In der Folge wirkte sie angeschlagen - bis hin zu der Stelle, wo sie sich selbst darüber beklagte, Macron trete ihr gegenüber wie ein Schüler gegenüber einer Lehrerin auf.

Sollte Macron gedacht haben, der Weg in den Élysée-Palast sei nur noch ein Spaziergang, hat er sich getäuscht.

Paris Nach einem hitzig geführten TV-Duell mit seiner rechten Rivalin Marine Le Pen geht der europafreundliche Kandidat Emmanuel Macron in Frankreich als klarer Favorit in die Präsidentenwahl. In Umfragen liegt Macron nach dem Duell aber vorn.

Kein Handschlag, kein freundlicher Blick im Fernsehstudio: Die Rechtspopulistin Le Pen (Front National) und der parteilose Liberale Macron werden keine Freunde mehr. 15 Prozent der Wahlberechtigten seien noch unentschieden, so die Schätzungen.

Eine Mehrheit der Zuschauer fand einer Erhebung des Instituts Elabe zufolge Macron in der Debatte überzeugender als Le Pen. Macron entgegnete, Le Pen gehe in die Falle der Islamisten und zettele einen "Bürgerkrieg" in Frankreich an.

Er warf Le Pen zudem vor, keine tauglichen Vorschläge zu machen, wie die Arbeitslosigkeit verringert werden könne. Demnach wählen Schwule im Alter bis 29 Jahre zu fast der Hälfte Le Pen, ab dem Alter von 50 Jahren sind es nur noch 20 Prozent. Kurz vergeht ihr das Lächeln, aber nur für einen Moment. Le Pen war auf dem Parkplatz der Firma erschienen, während Macron in der Handelskammer mit Gewerkschaftsvertretern verhandelte, um dann später auf dem Gelände mit den Arbeitern zu reden. "Sie denken nicht an das Wohl der Nation", wirft sie ihm vor. "Ihre Strategie ist es seit Jahrzehnten, eine Menge Lügen zu erzählen und zu sagen, was in unserem Land falsch läuft - aber Sie schlagen keine Lösungen vor".

Die Bedeutung der Wahl in Frankreich ist.

Heftig aneinander gerieten die beiden auch in der Ausländer- und Sicherheitspolitik. Überall vertreten die Präsidentschaftsanwärter gegensätzliche Positionen, die sie sich nun gegenseitig an den Kopf werfen.

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Le Pen sagte, sie wolle ihre Ideen verteidigen. Sie warf ihm vor: "Sie wollen Frankreich der Masseneinwanderung ausliefern".

Beide beschuldigen sich der Lüge, massregeln sich gegenseitig, nennen die Aussagen des Gegenübers "dumm". Es war der Auftakt einer harten, teils konfusen Redeschlacht vier Tage vor der entscheidenden Stichwahl ums Präsidentenamt, bei der sich die beiden Kontrahenten nichts schenkten. Aber er warnte eindringlich davor, Le Pen zur Präsidentin zu machen. "Sie tun so, als ob Frankreich die heutigen Probleme nicht überwinden könnte", ereifert sich Macron und zählt die Erfolge des Landes auf. Le Pen setzt ihrem Rivalen zu.

"Sie gehen zu Angela Merkel und fragen um Rat", hält sie ihm vor, den sie schon öfters als Marionette Deutschlands abstempeln wollte. Frankreich sei "ein nukleargerüstetes Mitglied des UN-Sicherheitsrats" und mit Deutschland zusammen "die stabile Basis der Eurozone und der Europäischen Union überhaupt", sagte der Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Nach Stunden ununterbrochenen Streits wird es gegen Ende doch noch ein wenig ruhiger.

Die Debatte dürfte die Favoritenrolle des Ex-Wirtschaftsministers nicht ins Wanken bringen. Die französische Regierung hatte immer wieder vor einer russischen Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich gewarnt, unter anderem durch Hackerangriffe und die Verbreitung von Falschinformationen. Bei Marine Le Pen sind es 60 Prozent.

Le Pen hatte die Fotos auf Twitter veröffentlicht und dazu geschrieben mit ihr würde die Fabrik nicht geschlossen. Wer den bisherigen Wahlkampf verfolgt habe, konnte durch die ungewöhnlich scharf geführte TV-Debatte jedoch aus seiner Sicht wenig Neues erfahren: "Es gab viel Gekeife, wenig Austausch von Argumenten".

Macron kritisiert Le Pens Idee eines halben Austritts aus der Währungsunion als "tödlich" und "haarsträubend".

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